Spielzeug für den multikulturellen Kindergarten

Für Kinder, die im Spiel die Welt für sich erschließen und ihre Welt dabei immer wieder neu konstruieren, ist es wichtig, dafür auch (Spiel-)Gegenstände der eigenen Familienkultur vorfinden zu können. Und auch für die deutschen Kinder ohne familiäre Migrationserfahrungen ergeben sich so Chancen, Neues und noch Unbekanntes vorurteilsfrei kennen zu lernen und diese Erfahrungen in zukünftige Konstruktionen ihrer Lebenswelt einbauen zu können z.B. Geschirr und Kochutensilien für die Puppenecke, Verpackungen und Nachbildungen von Lebensmitteln für den Kaufmannsladen oder auch abgelegte Kleidungsstücke für die Verwandelecke.

Puppen

Mit Puppen, als menschlichen Nach- oder Abbildungen, sollen sich Kinder im Spiel identifizieren können. Puppen verschiedener Haut- und Haarfarben (nicht nur mit zartrosafarbener oder dunkelbrauner Haut mit krausem Haar – wie überwiegend in unseren Läden zu erhalten) und verschiedener kontinentaler oder nationaler Gesichtsmerkmalen (ohne auf individuelle Züge zu verzichten) zeigen allen Kindern die große Vielfalt menschlichen Aussehens. Durch eine Vielzahl verschiedener Puppen können sich auch die Kinder der Gruppe angesprochen und wahrgenommen fühlen, die nicht hellhäutig und westeuropäischer Abstammung sind. Unterschiedliche Puppen bieten für alle Kinder eine gute Möglichkeit, bereits frühzeitig mit verschiedenen Hautfarben und individuellen kontinentalen Gesichtszügen in Berührung zu kommen und diese nicht als fremd und Angst machend abzuspeichern.

Puppenkleidung

Daneben sollte auch landestypische Puppenkleidung vorhanden sein, um die Menschen aus dem Umfeld der Kinder (ihre Familie oder auch im Ursprungsland zurückgebliebene Familienmitglieder) zu repräsentieren. Denn auch über Kleidung kann Wissen über Bräuche und Gewohnheiten, über Traditionen und Werte anderer Kulturen an Kinder weitergegeben werden. Kinder aus den jeweiligen Kulturen fühlen sich als Teil dieser Kultur anerkannt und hier willkommen. Kindergärten sollten darauf achten, dass heutige landestypische Puppenkleidung gewählt wird, nicht aber folkloristische, exotische oder klischeehafte, die Stereotype widerspiegeln und vertiefen würde (wie zum Beispiel die „Lederhose“ als typisch deutsche Kleidung). Da Puppen an- und ausgezogen werden, können Kinder die Heterogenität von Menschen und ihrer bevorzugten Kleidung auch im Spiel nachahmen. Menschen mit Migrationshintergrund tragen durchaus auch westliche Kleidung, daneben sind auch Deutsche in traditionellen Kleidungsstücken anderer Länder anzutreffen.

Hautmalstifte

Kinder lieben es, zu zeichnen, zu malen und dabei ihre Welt auf Papier zu bringen. Dabei malen sie je nach Alter Bälle, Blumen und immer wieder auch sich selbst und ihre Familie. Mit verschieden farbigen Hautmalstiften haben Kinder die Möglichkeit, die sie umgebende Vielfalt an Hautfarben abzubilden. Mittlerweile werden solche Stifte von unterschiedlichen Firmen angeboten. Gerade wenn in einer Einrichtung Kinder verschiedener Hautfarben zusammenkommen, dürfen diese Stifte nicht fehlen.

Bildquelle: nuzree | www.pixabay.com


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2018-08-22T21:12:13+00:00Von |

Über den Autor:

Annett Leisau, Diplom-Sozialpädagogin, vermittelt Unternehmern als Coach und Trainerin fachliche, methodische und soziale Kompetenzen in den Bereichen Konflikt-, Selbst- und Zeitmanagement, Kommunikation und Rhetorik. Als Dozentin informiert sie elementarpädagogische Fachkräfte über Alltagsintegrierte Sprachbildung, Besonderheiten im Mehrspracherwerb und im Bereich Interkultureller Pädagogik.
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