Wie setzen Sie Ihre Prioritäten? Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, was wichtig ist? Gerade Selbstständige und Freiberufler laufen oft Gefahr, zu schnell zu viel zu wollen. Zudem erschwert ein Arbeiten von Zuhause aus eine konsequente Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Der Vorteil, den eine selbstständige Tätigkeit ausmacht, nämlich die eigenen zeitlichen Ressourcen relativ unabhängig und frei gestalten zu können, findet so manches Mal sein jähes Ende in einem selbst und ständig.

Zu einem großen Mann gehört beides: Kleinigkeiten als Kleinigkeiten und
wichtige Dinge als wichtige Dinge zu behandeln. Gotthold Ephraim Lessing

Wo setze ich meine Prioritäten?

Für jeden von uns ist es unmöglich, alle Probleme und Aufgaben, die sich uns in den Weg stellen, an einem einzigen Tag zu lösen. Das ist in der Regel auch gar nicht nötig. Meistens ist es  vollkommen ausreichend, wenn die wichtigsten und dringendsten Dinge erledigt werden (siehe auch das Eisenhower-Prinzip). Aber was sind für Sie in diesem Moment die wichtigsten Aufgaben? In der Regel hängt die Frage, was in Ihrem Leben das Wichtigste ist, von Ihren großen (Lebens-)Zielen ab. Nur dann, wenn wir uns über unsere Ziele im Klaren sind, können wir sinnvolle Prioritäten setzen – und zwar solche, die auch morgen und übermorgen noch Bestand haben.

Da die uns zur Verfügung stehende Zeit definitiv begrenzt ist, bedeutet Prioritäten setzen in erster Linie zu entscheiden, welche Aufgaben für uns erstrangig, zweitrangig und nachrangig sind. Um die Zeit, die wir für unser berufliches Vorankommen, aber auch für unsere Familie, für unsere Freizeit und für Freunde und Bekannte haben, möglichst effektiv nutzen zu können, müssen wir uns auf das wirklich Wichtige konzentrieren. Nur so können wir sicher stellen, nicht von kurzfristigen Ereignissen des Berufs- und Familienalltag überrollt zu werden

Schwierigkeiten beim Setzen von Prioritäten

Wir merken es selbst, gerade als Freiberufler oder Selbstständiger: Eigentlich haben wir nie genug Zeit zur Verfügung, ständig entsteht Stress. Es gibt kaum geregelte Arbeitszeiten und schon gar keinen festgelegten Feierabend. Wenn eine Aufgabe anfällt, ein Konzept oder ein Angebot geschrieben, eine Veranstaltung oder eine Besprechung vorbereitet werden muss, dann meistern wir diese Aufgabe auch mal abends, nachdem wir „zwischendurch“ die Wäsche und den Einkauf erledigt haben, nachdem mit den Kindern gespielt, mit dem Hund spazieren gegangen oder mit einem „alten“ Freund endlich mal wieder ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt getrunken wurde.

Ja, die Aufgaben, die Ansprüche, die an uns – oder soziologisch gesprochen – die an die verschiedenen Rollen, die wir einnehmen, gestellt werden, sind vielfältig. Denn wir sind nicht nur Frauen und Männer, die einer freiberuflichen oder selbstständigen Tätigkeit nachgehen (und das füllt uns eigentlich schon genug aus). Nein, parallel sind wir Mütter oder Väter von Kindern, die uns brauchen, wir sind Ehepartner, Haushaltsvorstand, Hunde-/Katzenbesitzer, Nachbar, Kind unserer Eltern, beste Freundin oder bester Freund und ganz zum Schluss ist jeder von uns auch noch ein ICH selbst … und all die Personen, mit denen wir es zutun haben, haben Wünsche und Ansprüche. Da bleiben Konflikte nicht aus.

Gehören Sie zu den Menschen, die nie “Nein“ sagen können? Oder haben Sie nur einen Bereich  – eine Rolle sozusagen – in der Sie nicht „Nein“ sagen können? Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie etwas nicht geschafft haben?

Prioritäten setzen heißt auswählen, was liegenbleiben soll.
Helmar Nahr

Machen Sie sich einmal richtig bewusst, welche Rollen Sie Tag für Tag einnehmen – Sie werden staunen. Und ganz schnell wir Ihnen klar werden, dass Sie nicht immer jeder Rolle und nicht jedem Menschen gerecht werden können. SIE definieren, was für Sie wichtig ist und setzen Ihre Prioritäten nach Ihren Zielen und Wünschen. Und das ist völlig in Ordnung !

Bildquelle: © Barbara-Maria Damrau | Fotolia.com


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