Stressabbau: Hypnose als Hilfe, sich selbst zu helfen

Was halten Sie von Hypnose? Es gibt kein Wundermittel gegen Stressleiden. Es gibt keine Pille, die wir schlucken können, keine Therapie, die uns blitzartig heilt und kein 08/15-Rezept, das sich in Omas alten Büchern versteckt. Unseren Stress können nur wir selber bewältigen. Doch wo und wie können wir anfangen? Für die ersten Schritte und den Prozess der Bewusstwerdung des Problems haben sich Hypnose-Techniken als sehr erfolgreich erwiesen. Sie können helfen, Stressfaktoren und Herzenswünsche zu erkennen und Einstellungen tiefgreifend zu ändern.

Die Lange Liste der Stressoren

Wir haben dank moderner Technik scheinbar die Möglichkeit, 1000 Sachen auf einmal zu machen – nur keine davon richtig, das heißt ohne Zeitdruck, aktiv, konzentriert und produktiv. Die Gesellschaft strebt ständige Optimierung an und fordert Fortschritt und Leistung trotz immer stärkerer Reizüberflutung und Lärmbelastung und immer unübersichtlicher werdenden Aufgabenbereichen. Die Folge: Stressbedingte Krankheiten verbreiten sich in unserer Gesellschaft wie ein Lauffeuer. Psychische Erkrankungen durch Stress sollen die Wirtschaft inzwischen jährlich sieben Milliarden Euro kosten (Quelle).

Die Folgen von Stress können gravierend sein:

  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Ausschlag
  • Herzerkrankungen
  • Schmerzen
  • Magengeschwüre
  • Chronische Infektionen
  • Depressionen

Eustress versus Disstress

Nach der Stresstheorie von Hans Selye wird zwischen Eustress (= positiver Stress) und Disstress (= negativer Stress) unterschieden. Während sich Disstress gesundheitsgefährdend auswirken kann, ist Eustress eine Unterstützung des gesunden, aktiven Organismus, der sich konstruktiv mit der Umwelt auseinandersetzt (hier in aller Ausführlichkeit auf Englisch nachzulesen). Die Wahrnehmung und das Erleben der Art des eigenen Stresses sind ausschlaggebend für seine Folgen: Wer Stressoren als positive Herausforderung sieht, wird mit geringerer Wahrscheinlichkeit psychisch darunter leiden und im günstigsten Fall sogar daran wachsen. Ziel muss es also sein, Stress als Chance und nicht als Hindernis zu interpretieren und es als Signal für einen Wandel zu sehen.

Hypnose: Der Anfang vom Ende allen Übels

Ein Hauptaugenmerk der Stressbewältigung liegt folglich auf dem Erkennen von Stressoren und ihrer Bewertung. Der durch Hypnose erreichte veränderte Bewusstseinszustand kann helfen, sich der Hauptfaktoren der eigenen Stresssituation bewusst zu werden, und kleine Änderungen in der inneren Einstellung zu erzeugen.

Hilfe durch Hypnose:

  • Problemerkennung
  • Zugang zu gespeicherten Erlebnissen und Eindrücken erlauben, die unterbewusst Stress erzeugen
  • Prioritäten setzen lernen
  • Lernen, loszulassen (Grübeln über Vergangenes ist einer der häufigsten Stressfaktoren)
  • Strategien zur Neuinterpretation von stressigen Situationen entwickeln
  • Bewusstwerdung der eigenen inneren Wünsche (Stress wird auch dann erzeugt, wenn wir tiefgründig unzufrieden mit unserem Lebensweg sind)

Hypnose zu Behandlungszwecken wird immer kontrolliert durchgeführt und unterliegt dem Willen des Patienten. Jedes Hypnoseinstitut wendet eine andere Art der Stressbewältigung und Therapie an. Die Hypnotherapie, auch Hypnopsychotherapie genannt, untergliedert sich dabei in drei zentrale Phasen:

  1. Stabilisierung und Symptomlinderung
  2. Aufarbeitung und Analyse
  3. Kreieren eines neuen Lebensentwurfs und Festigung

Die moderne Hypnotherapie stützt sich bei Stressleiden vor allem auf die suggestive Hypnose nach Erickson. Seine Therapieform erklärt er im Detail in seiner Schrift „Hypnotherapie: Aufbau, Beispiele, Forschungen“. Moderne Hypnosetherapien sind jedoch oft eine Mischform aus vielen Ansätzen, die individuell an den Patienten angepasst werden. Ausführliche Gespräche und Beratung im Vorlauf der Behandlung sind das Grundgerüst einer erfolgreichen Therapie. Hier können beispielsweise gleich zu Beginn Faktoren ans Licht kommen, die dringend gegen einen Hypnoseansatz sprechen, so genannte Kontraindikatoren. Dazu gehören einige gesundheitliche Beschwerden, ein fehlender Wunsch nach Veränderung oder etwaige Suchterkrankungen.

Weitere Stress-Killer neben der Hypnose

  • Handys und Computer ausschalten: Ständige Erreichbarkeit und Ablenkung sind Gift für die Entspannung.
  • Organisation und Zeitmanagement: „To-Do“ oder ähnliche Listen helfen dabei, Gedanken und Aufgaben zu ordnen und ihnen so ihren bedrohlichen Charakter zu nehmen (= die Angst vor dem Ungewissen).
  • Natur und Tiere aufsuchen.
  • Sport betreiben: Körperliche Anstrengung kurbelt die Blutzirkulation an und führt zu einem physisch-psychischem Ausgleich.
  • Ernährungsumstellung: Auf eine angemessene Zuckerzufuhr achten.
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson: Stress ist die Folge innerer und äußerer Verkrampfungen, die durch bewusste An- und Entspannung der Muskulatur gelöst werden können.

 

Bildquelle: bykst / pixabay.com


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2018-08-22T21:12:13+00:00Von |

Über den Autor:

Annett Leisau, Diplom-Sozialpädagogin, vermittelt Unternehmern als Coach und Trainerin fachliche, methodische und soziale Kompetenzen in den Bereichen Konflikt-, Selbst- und Zeitmanagement, Kommunikation und Rhetorik. Als Dozentin informiert sie elementarpädagogische Fachkräfte über Alltagsintegrierte Sprachbildung, Besonderheiten im Mehrspracherwerb und im Bereich Interkultureller Pädagogik.
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